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Image-Ranking: Deutschland auf Platz 1 - aber nicht wegen des Tourismus

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Deutschland stößt die USA vom Thron und holt sich den ersten Platz im weltweiten Ranking des Anholt-GfK Nation Brands IndexSM. Die jährliche Studie zum Anholt-GfK Nation Brands IndexSM (NBISM) misst, wie insgesamt 50 Länder weltweit wahrgenommen werden. Sie zeigt nicht nur, welches Image ein Land derzeit hat, sondern auch, in welche Richtung es sich entwickelt.

Während Frankreich auf die zweite Position klettert, rutschen die USA auf Platz 6 ab. Großbritannien hält sich stabil auf dem dritten Platz. Japan steigt neu in die Top 5 ein und teilt sich mit Kanada Platz 4.

Deutschland gewinnt in Bereichen Regierung, Menschen und Kultur

Deutschland schneidet im Ranking 2017 in allen sechs untersuchten Kategorien äußerst positiv ab und landet in den meisten Bereichen in den Top 5: Exporte (Platz 3), Regierung (Platz 4), Kultur (Platz 4), Menschen (Platz 4), Immigration/Investition (Platz 2). Vor allem in den drei Kategorien Kultur (+1,07), Regierung (+1,28) und Menschen (+1,34) konnte Deutschland in der weltweiten Wahrnehmung Pluspunkte erzielen. Lediglich im Bereich Tourismus liegt Deutschland im Ranking etwas weiter hinten (Platz 10).

Deutlich hat sich Deutschlands Image in den asiatischen Ländern und besonders in China verbessert. Auch bei Russen, Italienern, Südafrikanern, Amerikanern, Argentiniern und Türken gewinnt Deutschland wichtige Punkte im Ranking. Weniger positiv wurde Deutschland von seinen zwei europäischen Nachbarn Frankreich (-0,56) und Polen (-1,38) sowie dem eigenen Volk (-0,36) und Brasilien (-1,61) bewertet.

USA verliert im globalen Ansehen in der Kategorie Regierung

Von den 50 untersuchten Ländern sind die USA die einzige Nation, deren NBI Gesamtpunktestand in diesem Jahr gefallen ist. Dennoch rangiert sie noch unter den Top 5 in drei von sechs Kategorien: Kultur (Platz 2), Exporte (Platz 2), Immigration/Investition (Platz 5). Wenn es um den Bereich Regierung geht, müssen die USA jedoch herbe Verluste verkraften – um ganze vier Plätze geht es im Ranking nach unten (von Platz 19 auf Platz 23).

Professor Simon Anholt, der die Studie 2005 ins Leben rief, kommentiert: „Der Imageverlust der USA in der Kategorie Regierung lässt auf einen Trump-Effekt schließen, ausgelöst durch Präsident Trumps Politik und die politische Botschaft ‚America First‘. Die Amerikaner selbst sehen ihr eigenes Land jedoch dieses Jahr deutlich positiver als 2016. Einen ähnlichen Verlust im weltweiten Ansehen konnte man auch bei der Wiederwahl von George W. Bush beobachten, damals rutschten die USA auf Platz 7 ab. Bislang war Amerika aber nie länger als ein Jahr außerhalb des Top 5 Rankings. Im Ranking 2018 wird sich zeigen, ob das so bleibt.“

Großbritannien hält sich nach Verlusten im letzten Jahr stabil

Nachdem Großbritannien im Ranking 2016 aufgrund des Brexit-Votums starke Verluste hinnehmen musste, hat sich sein weltweites Ansehen wieder verbessert. Der Gesamtpunktestand erreicht dieses Jahr nahezu den Stand von 2015 und zeigt Punktgewinne in allen sechs Kategorien. So landet die Nation in den Top 5 in den Bereichen Exporte, Kultur, Tourismus und Immigration/Investition. Die größten Gewinne verzeichnet Großbritannien im Bereich Regierung (+1,94) und Menschen (+1,51).

Frankreich und Japan machen einen Image-Sprung nach vorne

Sowohl Frankreich als auch Japan konnten aus eigener Kraft einen Sprung nach vorne machen, profitierten 2017 aber auch von den Punktverlusten der USA.

Frankreich klettert zum ersten Mal wieder seit 2009 auf den zweiten Platz im Gesamtranking (2016: 5. Platz). Die Nation gewinnt in allen sechs Kategorien, vor allem aber in den Bereichen Regierung und Immigration/Investition. Außerdem nimmt Frankreich den ersten Platz in der Kategorie Kultur ein, den zweiten im Bereich Tourismus und Platz fünf bei den Exporten.

Auch für Japan war 2017 ein gutes Jahr. Zusammen mit Kanada teilt es sich Platz vier im Image-Ranking und erzielt damit das beste Ergebnis seit langem. Japan konnte vor allem in der Kategorie Export punkten (Platz 1), wird aber auch in den Bereichen Immigration/Investition, Kultur und Regierung positiv wahrgenommen.

Vadim Volos, der für den Nation Brands IndexSM zuständige GfK-Experte, fügt hinzu: „Mithilfe des Nation Brands Index können unsere Kunden verstehen, an welcher Stelle ihre Nation im weltweiten Ranking steht, wenn es um das aktuelle Image, Impulse und Potenziale geht. Zwar kann das Image einer Nation nicht von heute auf morgen verändert werden, die einzelnen Länder können jedoch einseitige oder veraltete Ansichten beeinflussen und aktiv Veränderungen anstoßen.“

www.nation-brands.gfk.com

Bild: https://pixabay.com/de/panorama-regensburg-steinerne-br%C3%BCcke-2646143/