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Sparkassen-Tourismusbarometer Sachsen: Es geht wieder bergauf

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Sachsen ist bei Touristen wieder beliebt. Im ersten Halbjahr 2017 stieg die Zahl der Übernachtungen nach zwei Jahren Stagnation um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Jahr 2016 lag der Wert bei 0,1 Prozent. Dies geht aus dem Sparkassen-Tourismusbarometer 2017 des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) hervor, dessen landesspezifische Ergebnisse der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich, in Dresden vorstellte.

Spielraum für Investitionen wächst

Erfreulich sei die Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen des Gastgewerbes insgesamt. Das vergrößere den unternehmerischen Handlungsspielraum der sächsischen Betriebe und ermögliche ihnen, zunehmend in Qualitätsverbesserungen zu investieren. So stieg im sächsischen Gastgewerbe die Eigenkapitalquote im Zeitraum 2006 bis 2015 auf 19,3 Prozent und übertraf den ostdeutschlandweiten Wert (10,9 Prozent) deutlich. Das sächsische Gastgewerbe ist heute (Stand: Bilanzjahr 2015) in der Lage, seine Schulden rund 3,3 Jahre schneller zu tilgen als noch im Jahr 2006. Die Investitionstätigkeit ist in Sachsen leicht gestiegen, von 1,3 Prozent (2006) auf 1,8 Prozent (2015). Ostdeutschlandweit wuchs die Investitionsquote im gleichen Zeitraum nur von 1,6 Prozent auf 1,7 Prozent.

Erfreuliche Halbjahresbilanz

Die sächsischen Betriebe verzeichneten im ersten Halbjahr 2017 3,6 Millionen Gästeankünfte (+ 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und 8,85 Millionen Übernachtungen (+ 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Über das gesamte Jahr 2016 erreichte Sachsen insgesamt ein Nachfrageniveau von 7,5 Millionen Gästeankünften und 18,75 Millionen Übernachtungen.

Insgesamt werde der Tourismus in Sachsen durch eine stabile Nachfrage von Gästen aus Deutschland getragen, weitaus dynamischer zeigt sich jedoch die Nachfrage aus dem Ausland. Während in Sachsen im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum 11,5 Prozent mehr Ankünfte und 6,7 Prozent mehr Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland gezählt wurden, blieb die Inlandsnachfrage mit 5,1 Prozent mehr Ankünften und 3,3 Prozent mehr Übernachtungen deutlich dahinter zurück.

Alle Reisegebiete im Plus

Erfreulich sieht die Bilanz in den sächsischen Reisegebieten aus. Alle Reisegebiete meldeten im ersten Halbjahr 2017 Nachfragezuwächse bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Überdurchschnittliche Zuwächse verzeichneten die Betriebe im Vogtland (+ 5,2 Prozent), in der Stadt Chemnitz (+ 4,6 Prozent), im Erzgebirge und in der Stadt Leipzig (jeweils + 4,4 Prozent), in der Sächsischen Schweiz (+ 4,3 Prozent) und in der Stadt Dresden (+ 3,5 Prozent). Übernachtungszuwächse, die leicht unter dem Landesdurchschnitt lagen, erreichten das Sächsische Elbland (+ 2,9 Prozent), Oberlausitz-Niederschlesien (+ 2 Prozent) und das Sächsische Burgen- und Heideland (+ 1,8 Prozent).

Freizeitwirtschaft leicht unter Vorjahresniveau

Im Jahr 2016 verzeichneten die sächsischen Kultur- und Freizeiteinrichtungen insgesamt leichte Besucher-rückgänge in Höhe von 0,7 Prozent. Im ersten Halbjahr 2017 kamen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut 3,9 Prozent weniger Besucher in die sächsischen Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Ostdeutschlandweit lagen die Besucherrückgänge lediglich bei 0,3 Prozent.

Knapp 39 Prozent aller sächsischen Einrichtungen hatten im ersten Halbjahr 2017 Besucherzuwächse, während gut 61 Prozent der Kultur- und Freizeitstätten Besucherrückgänge verbuchten.

Besonders gefragt waren im ersten Halbjahr 2017 Landschaftsattraktionen (+ 7,4 Prozent) und Museen/Ausstellungen (+ 6,6 Prozent). Burgen/Schlösser (- 12,3 Prozent) konnten das Vorjahresbesucherniveau nicht halten, da Sonderausstellungen und der Abschluss von Baumaßnahmen einzelner Häuser im Vorjahr für sehr starke Impulse bei der Besucherbilanz sorgten. Bei den Erlebnisbädern (- 2,6 Prozent) wurden vereinzelt Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.

Schwerpunktthema: Erfolgsfaktor Qualität

Schwerpunktthema des aktuellen Sparkassen-Tourismusbarometers ist der „Erfolgsfaktor Qualität“. Im Wettbewerb wird Qualität zunehmend die Voraussetzung für den Erfolg von Betrieben und Destinationen. Qualität muss aus der Sicht des Gastes definiert werden, betont das Tourismusbarometer.

Gefragt seien individuelle Qualitätsstandards. Das erfordere von den Anbietern ein hohes Maß an Zielgruppen-Know-how und Kreativität bei der Angebotsgestaltung. Qualität sei ein Prozess, keine punktuelle Maßnahme. Qualität verlange Strategie, Willen, Investitionen und Kontinuität.

Befragung sächsischer DMO

Qualitätsarbeit sei auch Sache der Destinationen. Bei einer Befragung der sächsischen Destinationsmanagementorganisationen (DMO) durch das Tourismusbarometer fühlen sich 84 Prozent verantwortlich für Qualität, ostdeutschlandweit seien es sogar 90 Prozent der DMO.

Aber nur 33 Prozent der DMO in Sachsen äußerten, dass sie sich verantwortlich fühlten für die gesamte Servicekette in der jeweiligen Destination, ostdeutschlandweit seien es sogar nur 20 Prozent. Auch nur 29 Prozent der sächsischen DMO agierten als Qualitätscoach für die Betriebe, etwa gleich viele wie ostdeutschlandweit (30 Prozent). Das Tourismusbarometer stellt fest, dass sich die Organisationen in erster Linie als Motivator für die Teilnahme an Qualitätsinitiativen verstehen und als Vermittler von Weiterbildungsangeboten. Diese Haltung der DMO werde künftig kaum mehr ausreichen.

Qualitätssignale aus Sachsen

Die deutlichsten Qualitätssignale sendet Sachsen mit der „i-Marke“ und mit dem Label „bett+bike“. Von 2012 bis 2017 wurden 10 Tourist-Informationen neu zertifiziert, so dass gegenwärtig 40 Betriebe die „i-Marke“ führen. Die Anzahl der Betriebe mit „bett+bike“-Label stieg von 165 im Jahr 2012 auf 183 in diesem Jahr.

Bei der DEHOGA-Klassifizierung erreicht Sachsen mit 326 klassifizierten Betrieben einen bundesweiten Anteil von 3,8 Prozent (Stand Januar 2017). Entgegen dem deutschlandweiten Trend bleibt die Zahl der klassifizierten Betriebe in Sachsen 2017 gegenüber 2012 stabil.

Auch die Initiative „ServiceQualität Deutschland“ stagniert in Sachsen. Seit 2012 sank die Zahl der Teilnehmer hier leicht von 262 auf 242. Der Anteil an den deutschlandweiten Zertifizierungen beträgt 7,9 Prozent (Stand Februar 2017).

Die Klassifizierung von Ferienwohnungen/-häusern und Privatzimmern mit den DTV-Sterneferien verzeichnet einhergehend mit dem deutschlandweiten Trend in Sachsen deutliche Verluste. Waren in Sachsen 2012 noch 1.213 Objekte klassifiziert, so waren es 2017 noch 1.088 Ferienwohnungen/-häuser und Privatzimmer. Der Marktanteil von allen sächsischen Objekten in Deutschland beträgt 2 Prozent.

Neue Qualitätsimpulse verleiht seit 2015 der Wettbewerb „Gästeliebling“ des Landestourismusverbandes Sachsen.

Sachsen erreichte 2016 einen TrustScore von 82,9 Punkten und übertrifft sowohl den ostdeutschen TrustScore (82,2 Punkte) als auch den deutschlandweiten Wert (82,5 Punkte). Die Zufriedenheit der Gäste mit ihren Unterkünften ist in den sächsischen Reisegebieten recht unterschiedlich ausgeprägt. Die Betriebe in der Sächsischen Schweiz (84,7 Punkte), im Vogtland (84,1 Punkte), in Dresden (83,9 Punkte), in Oberlausitz-Niederschlesien (83,7 Punkte), im Erzgebirge (83,6 Punkte) und in Zwickau (83,2 Punkte) haben die zufriedensten Gäste. Das Sächsische Elbland (82,8 Punkte) liegt etwa im Landesdurchschnitt, während Leipzig (80,4 Punkte), das Sächsische Burgen- und Heideland (78,9 Punkte) und Chemnitz (78,4 Punkte) noch Verbesserungspotenzial haben.

www.tourismusbarometer.de